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Fast vor genau 30 Jahren beschloss der Gemeinderat, aus der Verwaltung einen Stiftungsverwalter für das Seniorenstift Friedrichsheim zur Verfügung zu stellen. Mit Walter Düring fand man dazu einen hervorragenden Stiftungsverwalter. „Es war die richtige Entscheidung“, so Bürgermeister Friedel Heckenlauer bei der Verabschiedung von Düring, der nun das Ehrenamt nach 30 Jahren des Wirkens ablegte.

Zuständig für wirtschaftliche und finanzielle Bereiche hat Düring in dieser Zeit glänzende Arbeit geleistet. Heckenlauer ist überzeugt, dass die Bürger von Stadtlauringen auch durch die Arbeit von Düring eine viel größere Nähe zu der Einrichtung gefunden haben. Heckenlauer zollte dem ehrenamtlichen Wirken von Düring höchste Anerkennung. Und auch wenn man mit dem Wechsel dem Wunsch von Düring, nach dieser langen Zeit die Arbeit in andere Hände zu legen, entspräche, sei es nicht leicht gefallen, nun auf das vorbildliche Wirken von Düring zu verzichten. Allerdings ist mit dem neuen Stiftungsverwalter, Ansgar Albert, weiterhin die Nähe zur Marktgemeindeverwaltung gegeben.

Auch Geschäftsführer Dr. Markus Brückel fand viele lobende Worte und ist sich auch sicher, dass es auch mit dem neuen Stiftungsverwalter gut weiter geht. Walter Düring erinnerte an die Zeit, als im Seniorenheim noch Schwestern die Pflege von alten und kranken Menschen übernahmen. „Das war eine tolle Zeit“, so Düring. Und er erzählte schmunzelnd, dass ihn Schwester Oberin immer anrief, wenn sie ein Anliegen hatte und fragte: „Herr Düring, kannst du heute abend mal vorbei kommen?“ „Das sind schöne Erinnerungen, die man nicht missen möchte“, verriet er. Doch auch schlechte Erinnerungen haben sich in das Gedächtnis eingegraben. 1990, als klar wurde, dass die Schwestern zum August 1991 die Stiftung verlassen musste den Bewohnern gesagt werden, dass sie sich ein neues Heim suchen müssen, was Düring sehr betroffen machte. Aber: „Wir hatten Glück, das wir dann aus dem Haus Brückel jemanden gefunden haben, der mit einsteigt.“ Die momentane Situation lässt für die Zukunft Gutes erwarten und man hat einen guten Nachfolger gefunden, der im gleichen Sinne weiter arbeitet. Und Düring verrät: „In den Jahren 2004 bis 2006 wäre ich ohne die Unterstützung vom Haus Brückel gescheitert.“ Er dankte für die angenehme Zusammenarbeit und wünschte seinem Nachfolger für sein Wirken ein glückliches Händchen. Als besonderes Highlight verabschiedeten sich die Senioren mit einem Sitztanz und schwenkten dabei bunte Tücher. Sichtlich gerührt sah Düring dabei zu. 30 Jahre gehen halt doch nicht ohne Spuren vorüber.

Die Geschichte des Seniorenstift

1903 entschied die königliche Palastdame Esperanza Freifrau von Truchsess – Wetzhausen, in Stadtlauringen unter dem Namen Friedrichsheim eine Pfründeanstalt mit dem Zweck der Pflege von alten und kranken Menschen zu gründen. 1906 wurde der Betrieb erstmals aufgenommen. Die Trägerschaft wurde im Einverständnis mit dem königlichen Staatsministerium des Innern der Kongregation der Töchter vom heiligen Erlöser Würzburg übertragen. Bis zu vier Schwestern führten das Haus. Gleichzeitig wurde der in der Marktgemeinde bestehenden Kinderbewahranstalt mit Arbeitsschule und ambulanter Krankenpflege der nötige Raum in der Anstalt eingeräumt. 1991 wurden die Schwestern nach langem Wirken von der Kongregation abberufen und der Betrieb wurde in private Hände übertragen. Nach dem Ausscheiden der Betreiberin im Jahr 2004 wurde eine Möglichkeit der Erweiterung und Modernisierung gesucht, um das Haus wirtschaftlich führen zu können. Mit Dr. Markus Brückel, der mit seiner Frau Barbara in Birnfeld die Alten- und Pflegeeinrichtung Barockschloss Birnfeld betreibt, wurde hier die ideale Lösung gefunden. Er führt die Einrichtung seit 2006 verantwortlich, hat mittlerweile umfassend saniert und somit die ideale Basis für die Zukunft geschaffen.

Foto und Text: Anette Tiller

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