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Active ImageAlles Müller oder was?!
 
Marktsteinach (08.07.2009) – Alles Müller oder was? Und fast alles Rudolf? Jedenfalls hatte Landrat Harald Leitherer so seinen Spaß mit den Namen des Metzgereibetriebs Rudolf Müller GmbH in Marktsteinach, als Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer dort am Mittwochmorgen den unterfrankenweit 100sten EU-Zulassungsbescheid aushändigte. Denn der momentane Chef (mit Gattin Simone) hat den Betrieb von seinem Vater (und dessen Frau Rita) übernommen, der ebenfalls Rudolf heißt und noch immer kräftig - wie auch Schwester Martina Müller - mit anpackt. Und mit einem weiteren Rudolf steht (neben Tochter Lisa) mit dem Sohnemann die nächsten Generation schon wieder so langsam in den Startlöchern.

Der Hintergrund des Pressetermins: Im Rahmen des sogenannten EU-Hygienepakets wurde das Lebensmittelrecht völlig neu und europaweit einheitlich geregelt. Selbstschlachtende Metzger oder Direktvermarkter und weitere Betriebe, die mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs umgehen und/oder diese an andere Betriebe abgeben, bedürfen seit Januar 2006 für den künftigen Betrieb eine EU-Zulassung. Die Übergangsfrist, bis zu der alle diese Betriebe zugelassen sein müssen, endet am 31. Dezember 2009. Für noch rund 130 unterfränkische Betriebe höchste Zeit, den entsprechenden Antrag zu stellen.

Active ImageDie Metzgerei Rudolf Müller GmbH ist der 100. Betrieb seit September 2007, der in Unterfranken einen solchen EU-Zulassungsbescheid erhielt. Betroffen von der Zulassungspflicht sind in Unterfranken aktuell insgesamt rund 320 Unternehmen (davon rund 250 Metzgereien bzw. fleischverarbeitende Schlacht-, Zerlege- bzw. Verarbeitungsbetriebe). „Metzgereien müssen die EU-Zulassung nicht fürchten. Dafür steht auch der Betrieb Müller in Schonungen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Landratsämtern und Regierung lässt auch die hohen EU-Anforderungen meistern“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, der von einem „guten Nachholbedarf in Unterfranken" sprach und gleicheitig von einem „Vorbildbetrieb, der die Auflagen locker erfüllt". Wer bis zum 1.1.2010 die Zulassung nicht hat, darf künftig nicht mehr schlachten. Viele Metzger hätten aber „eine gewisse Scheu, sich so einem Prozess zu stellen". Wer die Zulassung die nächsten Tage und Wochen aber noch beantrage, könne sich fleißiger Mitarbeiter bei der Regierung sicher sein. Heuer gebe es deshalb keinen Sommerurlaub, scherzte Beinhofer, der den Müllers auch noch eine Urkunde des Bayerischen Umweltministers Dr. Markus Söder überreichte.

Active Image„Ich freue mich, dass es solche kleinen, mittelständischen Metzgereien noch gibt und dass ein so seltener Name wie Müller weiter existieren wird", so der gut gelaunte Leitherer, der das durch Investitionen (beispielsweise in Schlachthaus, Wurstküche und und Laden) immer wieder auf den neuesten Stand gebrachte Unternehmen lobte und die nicht aktiven Metzger warnte, die vielleicht denken, „és wird uns schon nix passieren´. Die werden ganz schön dumm schauen!" Als „ein bedeutendes Unternehmen und wichtigen Nahversorger für unsere Großgemeinde", hob Schonungens Bürgermeister Kilian Hartmann die Müllers hervor, die gerade jetzt zur Hochsaison nahezu rund um die Uhr Feierlichkeiten beliefern würden. „Wir brauchen noch Steaks für´s Pfarrfest", lautete vergangenes Wochenende der dringende Wunsch, schleunigst erfüllt vom Metzger, der „berühmt ist in der ganzen Region für seine ausgezeichnete Ware". Vom Bürgermeister gab´s dafür einen Wappenteller, von Rudolf II. dann noch ein Lob an Dr. Thomas Wiethe, den Veterinärdirektor des Landratsamtes. Der sei „kein Beamter, sondern die rechte Hand der Metzger" und „eher Berater als Bewachungsbehörde".

Fotos und Text: Michael Horling

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