Der Bock als Teufel

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Montag, 25. Februar 2008

Active ImageEine „wahre Begebenheit“ - aufgezeichnet von Georg Haus, Gastwirt, Bierbrauer, Volksdichter und Volksschauspieler aus Schonungen (1832–1910). Es handelt sich eigentlich um ein Lied auf die damals bekannte Melodie „Zu Veitenthal im rothen Ross“. Die Brunnenfigur des wackeren Schreiners stammt von Peter Vollert aus Üchtelhausen.


Der ängstliche Schreinermeister aus Üchtelhausen

Üchtelhausen ist ein Ort gar nicht weit von hier.
Es wohnt ein Schreinermeister dort, er trinkt auch gerne Bier.
Der wollt, ich hab mich nicht geirrt, nach Maßbach nüber gehn;
Dem ist ein toller Streich passiert. Passt auf, das Ding wird schön.

Er macht dort seine Gschäfte ab und kehrt ins Wirtshaus ein.
Der Wirt der läuft im schnellsten Trap und schenkt dem Schreiner ein.
Der Schreiner trinkt, der Wirt schenkt ein. So wird es Mitternacht;
Herr Wirt es muss geschieden sein. Stockfinster ist’s, gib Acht!

Der Weg ist lang, der Schreiner kurz. Die Furcht ist aber groß.
Und wie er kommt in den Wald hinein, potz Blitz! Was ist da los?
Ein Ding mit Hörnern kommt daher. Es ist ganz außer Zweifel.
Es istd kein Wolf, es ist kein Bär, es ist gewiss der Teufel!

Der Schreiner läuft als wie ein Ries, was er nur laufen kann;
so schnell der Teufel hinen drein und stößt ihn dann und wann.
In Hoppachshof da brennt ein Licht,  da ging das G’spenst drauf zu;
da denkt der Schneider: Gott sei Dank, jetzt hab ich doch mei Ruh! 

Du lieber Gott! Hat er gefleht, ich danke dir von Herzen.
Wenn von Gespenstern ist die Red, so will ich nicht mehr scherzen.
Ein Hauptkerl, wie ich einer bin – mir zittern alle Glieder.
Du lieber Gott, dann seh ich hin, jetzt kommt das Ding schon wieder!

So ging es über Stock und Stein auf Üchtelhausen zu.
Der Teufel folgt ihm hinterdrein und lässt ihm keine Ruh.
Und wie er kommt an seine Tür da war zum Glück sie auf.
Er sprang in Eil in sein Revier, und sprang die Stieg hinauf.

Die Frau, sie sagt: dein G’sicht beweist, es ist dir was passiert.
Du siehst ja aus als wie ein Geist, du hast dich g’wiss verirrt.
Nein liebe Frau, der Schneider sprach, der Teufel ist im Haus;
Er ist mir auf den Fersen nach, sucht nun die Werkstatt aus.

Die Schreinersleut, die war’n so g’scheit und sagen zu ihren G’selln:
Schaut in die Werkstatt, seht was es gibt.
Was die da drunten wöll’n. es ist was in die Werkstatt nein,
hat gerumpelt gar zu arag.
Ich glaub es wird der Mann wohl sein, wird holen seinen Sarg.

Des Morgens als der Tag bricht an, da schläft so sanft mein Schreiner.
Hat tags zuvor an Affen g’habt, oder wars a Spitz, a kleiner? 
Die Frau und die Geselln woll’n sehn, was für ein G’spenst mags sein;
Mit Waffen aller Art versehn schauns in die Werkstatt nein.

Die Sache hat sich aufgeklärt. Von Hoppachshof kam einer, 
der hat von dieser G’schicht gehört, mit’m Üchtelhäuser Schreiner.
Ein Bock war diesem Mann gestohl’n. Der Dieb, der ließ ihn laufen. 
Sprang in den Wald, hat sich empfohl’n, wollt sich mit keinem raufen.

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