
Seitdem der Radweg zwischen Schonungen und Marktsteinach 2007 fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben worden ist, haben Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer die Möglichkeit, abseits der Staatsstraße gefahrlos zu laufen du zu fahren. Auch im Hausener Tal benützt man den Fuß- und Radweg neben der Straße. Dadurch kann man die einmalige Schönheit dieser beiden Täler bewundern. Außerdem ist in ihnen zu sehen und zu erfahren, das da seit Jahrhunderten ein lebensnotwendiges Gewerbe, nämlich die Müllerei betrieben wurde; heute sind nur noch zwei Mühlen funktionsfähig.
Sage und schreibe neun Mühlen nützten auf einer Strecke von 41 Metern
das fließende Wasser der Steinach und fünf Mühlen im Hausener Tal das
des Wollenbaches auf einer Strecke von 2 km und einem Gefälle von 20
Metern und produzierten Nahrungsmittel für Menschen und Tiere. Man muss
schon weit gehen, um eine solche Dichte von Mühlen auf so kurzen
Wegstrecken zu finden. In dieser Arbeit soll vor allem auch aufgezeigt
werden, mit welch ausgeklügeltem System das Wasser der Steinach und des
Wollbaches abgezweigt, genutzt und wieder zurück in ihre Bäche geleitet
worden ist. Bei acht Anwesen fließt noch das Wasser von der Steinach und
dem Wollenbach zu den Mühlen. Zwei von ihnen sind im Hausener Tal noch
in Betreibe. Bei den restlichen sechs Anwesen sind die ehemaligen
Mühlbäche noch erkennbar. Und im Steinachgrund dreht sich an der Ölmühle
noch ein Mühlrad.
Die Mühlen stellten früher für den jeweiligen Landesherren und die
Gemeinden ein Potential dar, auf das sie bauen und von dem sie
profitieren konnten. Rechte und Pflichten der Müller waren in einer
Mühlenordnung festgehalten. Weil die Müller ein so wichtiges Gewerbe
betrieben und in erster Linie Mehl, die Grundlage für das tägliche Brot
herstellten, wurden sie besonders respektiert, von den einfachen Bürgern
in den Dörfern und Städten wie von der Obrigkeit bis hin zu den
Landesherren. Die Müller beschäftigten sich auch noch mit der
Landwirtschaft, Hatten mehr oder weniger große Acker- und
Wiesengrundstücke und hielten Pferde, Vieh, Schweine und Geflügel. Die
Müllersfamilie waren dadurch meist recht wohlhabend und die Müller
angesehene, einflussreiche Persönlichkeiten im öffentlichen Leben.
Manche von ihnen wurden sogar zu Schulzen (Bürgermeistern) gewählt.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts mussten viele, vor allem kleine und
mittlerer Mühlen ihren Betrieb einstellen und aufgegeben, weil sie den
aufkommenden Großmühlen nicht mehr gewachsen waren; mit der alten
Mühlenherrlichkeit war es damit vorbei. Die Mühlen- und ihre
Nebengebäude wurden zu Wohnhäusern umgebaut und auch neue erstellt. So
bleibt uns heutigen Menschen nur noch die Erinnerung an die vielen alten
klappernden Mühlen in allen deutschen Gauen wie hier in Schonungen und
seinem Umland. Sie soll wach gehalten werden durch diesen Wanderweg und
die Ausfürungen über die ehemaligen Mühlen in den Tälern zwischen
Schonungen, Marktsteinach und Hausen. Hoffentlich finden sich möglichst
viele Mitbürger, die bereit sind, diesen Wanderweg zu begehen und zu
befahren.
Die Wanderung führt also von Schonungen nach Marktsteinach über den
Spitzberg nach Hausen und von dort zurück nach Schonungen. Wie lange man
dazu braucht, kann man nicht sagen. Jedenfalls sollte man sich Zeit
lassen, und die wunderschönen Täler, die vom Staat unter
Landschaftsschutz gestellt wurden, die Mühlenanwesen und das
ausgeklügelte System der Wasserläufe genauer ansehen. Man kann den
Wanderweg auch in Etappen gehen oder in Marktsteinach oder Hausen
beginnen. Vor allem sollen die Bürger der Großgemeinde Schonungen und in
erster Linie die Kinder, bei dieser Wanderung ihre engere Heimat kennen
lernen. In der von mir erarbeiteten Broschüre werden der Wanderweg, die
Landschaft und die Mühlen beschreiben und durch alte und neue Fotos,
vor allem durch Luftaufnahmen eindrucksvoll dargestellt. Sie können für
fünf Euro ( Unkostenbeitrag) erworben werden in den Bürgerbüros der
Gemeinden Schonungen, Stadtlauringen und Üchtelhausen, im
Schreibwarengeschäft Helmschrott und im Gasthaus Lutz in Schonungen.
Artur Johannes Höhl