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Wirtschaftskrise Ade, dank SCC

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Dienstag, 2. März 2010

Active Image Fünfstunden Klamauk und Frohsinn beim Schonunger Carnevals Club

Eines vorne Weg: An Witz und Humor haben die Faschingssitzungen des SCC heuer trotz Wirtschaftsflaute wahrlich nichts eingebüßt. Im Gegenteil – statt Kurzarbeit mussten die Schonunger Narren gar im Schichtbetrieb auf das Bühnenparkett. Und jetzt verkündete Sitzungspräsident Jürgen Schäfer lauthals gar das Wirtschaftswunder der Schonunger Gemee: „Die Wirtschaftskrise ist passe, den Aufschwung bringt der SCC“. Spitzfindig und trefflich gereimt führte Schäfer anschließend durch das fünfstündige Programm aus Tanzeinlagen, Akrobatik, Skatchen und Büttenreden.

Was wäre der SCC Schonungen bloß ohne ihr „Trio“: Selbst gestandene Geistlichkeiten, Gemeinderäte und Gemeindepersönlichkeiten fürchten sich vor ihren gnadenlosen Liedtexten und Sprüchen.

 

Ein Altbekanntes Duo stand vorneweg in der Bütt: Für die Armenspeisung im Kanzleramt von „notleidende Ackermänner“ sammelten Goethe (Thomas Westerhausen) und Ralf Wagenhäuser (Mephisto) aber zunächst aufopferungsvoll Spenden im Publikum, ehe sie mit viel Poesie und Dichtersinn Boulevard und Politik aufs Korn nahmen.
Zum Kochen brachte ein Computerproblem dann Herrn DAU-meier, das auch die nette Dame der PC-Hotline trotz geringer Bemühung nicht so recht lösen konnte. (Alexander und Hanna Römmelt). Das DAU im Namen kann auch interpretiert werden als Dümmster Anzunehmender User. Herzlicher Applaus folgte schließlich von einem verständnisvollen Publikum für die Lösung des Problems. Um seinem Amtskollegen (und dem Publikum) jahrelange Erfahrungen als Pfarrer „Gottlieb“ zu vermitteln, stieg nun der neue SCC Präsident Christian Müller in die Bütt. Mit trefflichen Pointen erzählte er aus seinem Nähkästchen, zu welchem sich auch der Klingelbeutel manchmal verwandelt wenn Knöpfe statt Münzen eingeworfen werden. Schlagfertig rief er seine Kirchengemeinde dazu auf, zukünftig auch Nadel und Faden einzuschmeißen, damit die Knöpfe auch effektiv genutzt werden können.
Das Trio des SCC (Herbert Geng, Gangolf Schleyer, Birgit Schreck) ist vom Schonunger Fasching kaum mehr wegzudenken. Mal verbal mal musikalisch schossen sie ihre Giftpfeile in Richtung der Gemeinderatsfraktionen. Besonders schnell drehe sich derzeit das Personalkarussell der CSU und die SPD bringt sich als Eventagentur in die Schlagzeilen. Und da wäre ja noch der goldene Turm von Schonungen, der besondere Gehässigkeit auf sich zog.
Aber auch die Pfarrei bekam ihr Fett weg: Die neue Orgel und das Kirchendach lieferten ja genug Stoff. Mit dem Refrain „…für den Herrn Pfarrer tun wir alles“ wurde das Organisationstalent der Ortsgeistlichkeit  für die vielen laufenden Projekte mit Unterstützung des Publikums besungen. Ihr Auftritt ist schon fast Legender: Rainer und Sigrid Mai gehören sicherlich zum Inventar des SCC und stiegen heuer als „Rostiges Ehepaar“ in die Bütt.

Dass Schweine ferkeln und Kühe kälbern ist bekannt, aber dass Fahrräder „rädeln“ wusste die Narrenschar bis dato noch nicht. Diese Weisheit und Klischees aus dem täglichen Eheleben wurden von Sigrid und Rainer Mai professionell vorgetragen, sodass echt kein Auge trocken blieb bei diesem trockenen Humor. Beim Auftritt von Walburga Wichtig (Ingrid Räder) gingen vorsorglich alle Ortspersönlichkeiten in Deckung, denn die sind ja bekanntermaßen Zielscheibe ihres verbalen Rundumschlags. In Reim und Vers berichtete sie vom Missglückten Bieranstich des Bürgermeisters an der Kirchweih, den Heiligen Drei Königen – die heuer auf Kneipentour unterwegs waren oder die missglückte Terminplanung des Pfarrers. Man nimmt Stefan Hofmann schon echt die Rolle als zerstreuter Professor ab, so glaubhaft gibt er diese Figur bei der Büttenrede, die Gott sei Dank von seiner jungen, agilen Assistentin Emily Niebel mit viel Wissen und Pointen wortkräftig unterstützt wird.
Wer kennt sie nicht, die allmorgentliche Radiosendung „Frängisch mit Loddar“ und tatsächlich Walter Köhler wash with all waters (… ist mit allen Wassern gewaschen). Doch zum echten Superstar gehört mehr, als nur Englischkenntnisse: Auch das Tanzen muss geübt sein. Wie auf der LoveParade ging es zu, als er sein Publikum mit fetzigen Sounds dazu animierte flippige Tanzfiguren wie den Rasenmäher, Handysuche, Pfeffermühle oder Heckenschere auszuprobieren.
 
Dass die Schonunger beweglich sind, das demonstrierten nicht zuletzt die Tänzer und Turner des SCC. Den Anfang der Show machte die „Junge Garde“, die im Sauseschritt übers Parkett huschte und auch die „Große Garde“ wurde mit Pfiffen und Applaus für ihren Marschtanz belohnt. Staunende Blicke zogen auch die beiden Tanzmariechen Kim Schmitt und Lisa Bauer auf sich, die ihren Gardetanz mit Überschlägen, Räder und Spagat garnierten (Trainer Anja Seufert, Carina Pabst). Prächtige Tierkostüme, eine zu tränen rührende Geschichte und emotionsgeladene Musik – diese würzige Mischung präsentierte die Kinder-Show-Tanz-Gruppe ihrem Publikum.
Das Musical erinnerte an den Animationsfilm Madagascar und erzählte vom tristen Alltag im Zoo und den Ausbruch in die Freiheit. Die Aufführung wurde einstudiert von Elisabeth Guderian, Susi Schmitt und Christina Westerhausen. Stürmischen Beifall erntete die Showtanzgruppe „Crazy Eight“ (Leitung Anne Römmelt), die sich im Laufe ihrer Tanzdarbietung vom Bankräuber zum ehrlichen Arbeiter rehabilitierten. Gruselig wurde es im Anschluss mit den Turnern: Unkontrolliert trieben die Geister ihr Unwesen auf der Bühne, bauten auf der stockfinsteren Bühne ihre Pyramiden und turnten fast schwerelos durch den Raum - ehe die Ghostbuster den Spuk beendeten. Den krönenden Abschluss bildete die Showtanzgruppe: Wer kennt Sie nicht, die unvergesslichen Songs von Michael Jackson! Die Große Garde landete mit ihrem Showtanz über den King of Pop einen Volltreffer. Obwohl fast unnachahmlich, wurde der Tanzstil vortrefflich kopiert, das Publikum ging von Anfang bei den heißen Rhythmen mit und brachte den Saal zum Kochen. Entsprechend auch der tosende Beifall für diese Nummer, für deren Choreographie Eva Glöckner zuständig war. Über 130 Aktive Mitwirkende zogen zum anschließenden großen Finale noch einmal in den Saal und auf die Bühne, um nach der Schlussansprache des Präsidenten gemeinsam das SCC Lied zu singen.

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Schlangen, Nilpferde, Giraffen eroberten die Bühne beim Showauftritt der Kinder-Tanz-Gruppe. Das knapp zwanzigminüte Musical das über das Tierleben im Zoo und Freiheit im Dschungel erzählte rührte das Publikum zu Tränen.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 2. März 2010 )
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