Der heute Vierzehnjährige wuchs in einer musikalischen Familie auf. Der
Vater spielt Trompete, die Mutter erlernte das Klavierspiel. Der
Großvater und Urgroßvater mütterlicherseits waren gute Musiker und
konnten gleich mehrere Instrumente spielen. Aus Scherz hat dem erst
sechsjährigen Timo dieser musikbegeisterte Großvater einmal ein rotes
Kinderakkordeon umgehängt, das sich im Familienbesitz befand.
Und in diesem Augenblick hat der junge Musiker sein Instrument entdeckt.
Ab der ersten Grundschulklasse nahm er Unterricht bei Jürgen Wunn,
Akkordeonlehrer an der Musikschule Schweinfurt. An den Wochenenden
besucht er häufig zusätzlich Kurse an der Bayerischen Musikakademie
Hammelburg und beim Saarländischen Akkordeonverband in der
Landesakademie in Ottweiler.
Aufgrund seiner großen Begabung erhielt Timo Wirth schon bald
Einzelunterricht und wechselte nach wenigen Jahren von einem Akkordeon
mit Standardbaß, wie es auch in der Volksmusik Verwendung findet, zum
Einzeltonakkordeon. „Wie ein Pianist kann er da mehrstimmig spielen“,
erklärt sein Vater Stefan Wirth.
Mit einem solchen Instrument, von denen er entsprechend seiner
Körpergröße alle paar Jahre ein neues brauchte, ist es ihm möglich
Musikstücke, die für Klavier oder Cembalo gesetzt sind, vor zu tragen.
Ersetzen kann er diese beiden Instrumente, wenn er als Begleitung von
Geigen und ähnlichen Instrumenten spielt.
Mit einem Einzeltonakkordeon können vom Musiker die einzelnen Töne der
Akkorde der Bass-Seite individuell zusammengestellt werden. Das ist
notwendig bei der Interpretation klassischer Werke. Faszinierend findet
Timo Wirth, dass beim Akkordeon über die Register und den Balg
Lautstärke und Tonklang beeinflusst werden können. „Wenn man zu arg
zieht, oder zu sehr zusammendrückt, dann stürzt der Ton ab“. In manchen
zeitgenössischen Kompositionen ist dies aber als Element mit eingebaut.
„Es hört sich ein bisschen krass an“, meint der junge Künstler mit Blick
auf Werke, wie sie beispielsweise der Schwede Torbjörn Lundquist
schrieb.
Pro Tag ist eine Stunde Üben auf dem Akkordeon angesagt, in den Ferien
und am Wochenende widmet er seinem Instrument noch mehr Zeit. Neben dem
Unterricht im Fach Akkordeon erhält er an der Musikschule noch zwei
Stunden pro Woche Unterricht in Musiktheorie und Gehörbildung und nimmt
seit zwei Jahre eine Stunde Ausbildung in Gesang.
So blieben die Erfolge beim Wettbewerb Jugend musiziert nicht aus. In
der Solowertung Akkordeon erreichte er 2007 im Regionalwettbewerb den
ersten Preis mit Weiterleitung und auf Landesebene einen dritten Preis.
„Ziemlich überraschend“ meint er rückblickend, war für ihn, dass er im
letzten Jahr auf Bundesebene einen dritten Preis erreichte.
Aufgrund dieses Erfolges und der bestandenen Eignungsprüfung wurde er
als erster Frühförderstudent im Fach Akkordeon seit Herbst 2010 an der
Musikhochschule Würzburg aufgenommen, bei der dieses Angebot seit 1996
besteht. So erhält er dort nochmals zusätzlich zwei Stunden
Akkordeonunterricht pro Woche und jeden zweiten Samstag während des
Schuljahres besucht er den Unterricht in Musiktheorie und Gehörbildung.

Erstaunlich ist, dass Timo Wirth noch beachtliche Erfolge in einem sehr
trainingsintensiven Sport aufweisen kann. 2010 belegte er bei den
Bayerischen und den Deutschen Meisterschaften im Ringen
griechisch-römischer Stil jeweils den zweiten Platz. Da er aufgrund
häufiger Unterrichtszeiten am Nachmittag nur zweimal das Training der
Schonunger Ringer besuchen kann, erhält er sich seine Fitness und
Kondition durch Sit ups und Liegestützen sowie Jogging.
Bei soviel Engagement für seine beiden Hobbys Musik und Ringen bleibt
dem Schüler des Celtis-Gymnasiums Schweinfurt nur wenig Freizeit, die er
gerne mit, Zeichnen, Fernsehen, playstation oder mit seinen Freunden
verbringt. „Einfach mal abschalten“, lautet für ihn dann die Devise.
Sie sehen Timo Wirth beim Üben auf dem Arkkordeon „Dieses Instrument begleitet mich voraussichtlich durch mein ganzes Leben“ und als Ringer beim RSV Schonungen im roten Trikot