Dreschen wie anno dazumal
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Freitag, 31. Juli 2009 |
Dreschfest in Stadtlauringen
Mit dem Jubiläum „10 Jahre Dreschgemeinschaft Stadtlauringen“ startet am Samstag, 29. August das schon traditionelle und für seine vielen Aktionen bekannte Dreschfest am Reitplatz von Stadtlauringen.
Der Samstag beginnt um 19.00 Uhr mit dem „Vorglühabend“. Auch in diesem Jahr findet ein Bulldog-Wettziehen statt, an dem die Gäste aufgefordert sind teilzunehmen. Das „Fachsimpeln“ unter den Oldtimerfreunden und die Geselligkeit werden sicherlich nicht zu kurz kommen.
Um 23.00 Uhr werden die Lötlampen angezündet, um die Glühköpfe der auf
dem Festplatz bereitgestellten Lanz Bulldog zu erhitzen. Sobald die
Glühnase am Kopf rot erglüht, werden die Traktoren durch das Drehen an
der Kurbelwelle gestartet. So wird den Zuschauern das so genannte
„Vorglühen“ der Lanz Bulldog eindrucksvoll demonstriert.
Der Sonntag, 30. August beginnt um 9.00 Uhr mit der Anreise der
Oldtimerfahrzeuge aus nah und fern, die sich auf dem Festplatz zu einer
großen Ausstellung formieren. Willkommen sind Oldtimer ab dem Baujahr
1975, Stationärmotoren und sonstige historische Geräte. Von 8.00 bis
10.00 Uhr ist ein Oldtimerfrühstücksbuffet gedeckt und ab 11.00 Uhr
besteht die Möglichkeit Mittag zu essen. Am Nachmittag ist die
Kaffeebar mit leckeren Blechkuchen geöffnet.
Die Dämpfkolonne kommt
Als der Kartoffelanbau die Landwirtschaft aufblühen ließ, und fett
gemästetes Schweinefleisch gutes Geld einbrachte zog die
Kartoffeldämpfkolonne von Hof zu Hof. Unter Dampfdruck wurden
Futterkartoffeln gegart und als Wintersilage eingestampft und
eingesäuert. Für die Kinder war das eine schöne Zeit. Der Dämpfer war
immer umlagert, denn war ein Kessel gar, fielen immer Kartoffeln zum
sofortigen Verzehr ab, und die schmeckten nicht nur den Schweinen. Die
Kartoffeldämpfkolonne von Walter Lehnhart aus Brünn ist am Sonntag in
Betrieb. Die Besucher können die frischen Pellkartoffeln mit Hausmacher
Quark oder marinierten Heringen verzehren. Zudem werden noch
verschiedene fränkische Schmankerl angeboten.
Um 13.00 Uhr starten die Motoren der Oldtimer zu einer eindrucksvollen
Rundfahrt durch den historischen Ortskern und die Straßen des Marktes.
Gelebte Geschichte erleben die Gäste um 14.00 und 16.00 Uhr, wenn die
Dreschsirene aus dem hölzernen Maschinenwagen den Beginn der
Dreschvorführung ankündigt.
Die Dreschflegel fliegen
Wer im Herbst vor 50 und mehr Jahren durch ein Dorf ging, konnte
tagelang das rhythmische klopfen der Dreschflegel aus den Scheunen
hören. Beim Dreschen mit dem Flegel stand immer eine Gruppe von Bauern
um die auf einer harten Unterlage ausgebreiteten Getreidegarben herum
und schlugen mit ihren Dreschflegeln nacheinander auf die Garben ein.
Dazu mussten sie sich aufeinander einstimmen, um den richtigen
Dreschtakt zu finden. Das Dreschen mit dem Flegel war die härteste
Arbeit des bäuerlichen Alltags, die zudem ein besonderes Geschick
verlangte und bekannter weise harte Arbeit auch sehr hungrig macht. Aus
dieser Zeit kommt sicherlich auch die Redensart „der frisst wie ein
Scheunendrescher“. Um 15.00 Uhr wird das Dreschen mit dem Dreschflegel
anschaulich dargeboten.
Wenn der Abend hereinbricht und das Dreschfest, das mittlerweile längst
zum Geheimtipp geworden und aus der Marktgemeinde nicht mehr
wegzudenken ist, zu Ende geht, können die Besucher ihren „Ausflug in
vergangene Zeiten“ beenden. Die Dreschgemeinschaft freut sich schon
heute auf viele interessierte Gäste.
Text und Fotos: Winfried Krappweis
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