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Feuerwehrfüherschein in Mainberg
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Freitag, 8. April 2011 |
 Premiere bei den Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt: Zum ersten Mal legten Feuerwehrleute die Prüfung für den Feuerwehrfüherschein für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 4,75 Tonnen ab.
Schwere Fahrzeuge werden notwendig
Aufgrund der größeren Vielfalt der Aufgaben der Wehren besitzen die
Fahrzeuge der Feuerwehr eine immer höhere Tonnage. Auch verschärfte
Abgasvorschriften und Vorschriften für Vorrichtungen zum Unfallschutz
erhöhen das Gewicht der bei der Bevölkerung bekannten roten
Feuerwehrautos. So sind schon allein die Fahrgestelle der
Feuerwehrfahrzeuge, zum Beispiel des Tragspritzenfahrzeuges, um vieles
schwerer geworden, dass die Fahrzeug- und Aufbauhersteller keine neuen
Fahrzeuge mehr unter 3,5 Tonnen anbieten können.
Demgegenüber steht seit einiger Zeit die Neuregelung bei der
Fahrerlaubnis, nach der der Führerschein B nur noch zum Führen von Pkws
mit maximal 3,5 Tonnen erlaubt.
Dadurch entfällt besonders für die jungen Feuerwehrleute die Möglichkeit
mit diesem Führerschein B auch Feuerwehrfahrzeuge mit bis zu 4,75
Tonnen zu führen.
Fahrer gesucht
„Wenn er die Ausbildung der Jugendlichen machen will, muss er das Auto
bewegen können“, betont der Kommandant der Mainberger Wehr Günther
Schubert. Also hat sich der Jugendwart Falk Reichelt, 24 Jahre jung, für
die Ausbildung entschieden. Mit ihm ist auch der 20jährige Dominik
Schubert zur Prüfung angetreten. „Weil wir sonst das Auto im Ernstfall
nicht fahren dürfen“, so lautet seine Argumentation für diesen Schritt.
Beide Jugendliche erlangen an diesem Tag die Sonderfahrtberechtigung,
die seit Herbst 2009 in Bayern möglich ist. Danach dürfen sie, wenn sie
den Führerschein B seit zwei Jahren besitzen, unter erleichterten
Bedingungen die Fahrberechtigung für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bis
zu einer Tonnage von 4,75 führen. Gleiches gilt auch für Mitglieder des
Technischen Hilfswerks und der anerkannten Rettungsdienste.
Für Kreisbrandrat Georg Vollmuth ist es wichtig, dass in den Wehren mit
einem Fahrzeug in dieser Größe mehrere Feuerwehrkameraden die
Fahrerlaubnis dazu besitzen. Denn beispielsweise durch Schichtarbeit,
Krankheit oder Urlaub können bei Einsätzen oder Übungen nicht alle zur
Verfügung stehen. Auch Bürgermeister Kilian Hartmann freut sich über die
Bereitschaft junger Wehrleute, Ausbildung und Prüfung für das neue
Feuerwehrfahrzeug zu absolvieren, denn die Gemeinde hat eine große Summe
dafür im letzen Jahr aufgebracht.
Bergstrecken gefahren
Eine Ausbildung ist nur in der Praxis gefordert und organisationsintern
nach der bayerischen Verordnung möglich. Dadurch sparen Gemeinden viel
Geld. Auch können die notwendigen vier Übungsstunden zu je 45 Minuten
konzentriert im wahrscheinlich am meisten zutreffenden Einsatzgebiet
abgehalten werden. „Vom Kaltenhof bis Reichmannshausen“, erinnert sich
Adolf Schwab, der Ausbilder und Feuerwehrmann der Mainberger Wehr, war
er mit dem Fahrzeug und seinen Prüflingen am Steuer je sechs Stunden
unterwegs. Vor allem die Auswirkungen des Gewichts beim Bremsen und
Kurvenfahren war für Dominik Schubert und Falk Reichelt
gewöhnungsbedürftig. Denn da zeigte sich ein großer Unterschied zum Pkw.
Feuerwehrmann als Prüfer
Da nicht nur die Ausbildung sondern auch die Prüfung durch die
Organisation abgenommen werden kann, steht der Kreisbrandinspektion
Alexander Bönig zur Verfügung. Der selbständige Landwirt hat in seiner
Bundeswehrzeit sich zum Fahrlehrer ausbilden lassen und ist in der
Großgemeinde Kolitzheim ehrenamtlich als Kreisbrandmeister engagiert.
„Dass ich meine Ausbildung jetzt bei meinem Feuerwehrdienst einbringen
kann, freut mich“, bekennt der Fünfunddreißigjährige.
Da diese Sonderregelung zur Fahrzeugführung bei der Feuerwehr, THW und
den Rettungsdiensten die Finanzen der Kommunen schont, hofft
Kreisbrandrat Georg Vollmuth auf eine ähnliche Regelung für das Fahren
von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen in nächster Zukunft.
Bitte Einsteigen: Zur Abfahrt am Prüfungstag stehen bereit: Kreisbrandinspektor
Horst Klopf, Fahrlehrer Alexander Bönig, Ausbilder Adolf Schwab,
Prüflinge Dominik Schubert und Falk Reichelt, Bürgermeister Kilian
Hartmann, Kommandant Günther Schuber und Kreisbrandrat Georg Vollmuth.
Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht
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Mai 2012 |
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