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Hundert Jahre wird die Ringsportart in Schonungen alt – RSV Schonungen:
Vom Revoluzzer zum Markenartikel
Mit der Oberliga-Meisterschaft in der Tasche haben sich die Schonunger
Ringer in der vergangenen Saison wohl das größte Geburtstagsgeschenk
selbst gemacht. Auf eine hundertjährige Erfolgsstory können die
Mattenfüchse heuer zurückblicken – so lange nämlich schon wird in der
Oberlandgemeinde gerungen. Kein Wunder also, dass die Devise nach den
euphorischen Bundesligaaufstiegskämpfen nun lautet: „Und die Party geht
weiter…“ – so steht es jedenfalls in fetten Lettern auf den
großflächigen Plakaten geschrieben, die das Event ankündigen und
Neugierde wecken sollen. Anpfiff für den Partymarathon ist am 14./15.
Mai im Alban Park in Schonungen.
Sie haben aber auch allen Grund zu feiern, gerade in den letzten Jahren
entwickelte sich der junge RSV 07 Schonungen prächtig. Doch vom
„Schonunger Revoluzzer bis hin zum Exportschlager und Aushängeschild der
Gemeinde“ so Vorsitzender Joachim Wendel, war es ein langer, steiniger
Weg. „Wir haben alles richtig gemacht!“, sind sich die RSV-Bosse heute
einig, auch wenn die Abspaltung vom TSV Schonungen sehr viel Energie
gekostet habe. In kürzester Zeit haben sich 170 Mitglieder – vor allem
viele Jugendliche und junge Familien dem Verein angeschlossen. Und so
beschränkt sich das Vereinsleben nicht nur auf die Ringersaison im
Herbst: Da sei beispielsweise die Schlachtschüssel, das Makrelengrillen
am Maifeiertag genannt, oder das traditionelle Maintalturnier im März,
das Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet anlockt. Aber auch die
Schonunger bewegen sich gerne auf fremden Terrain und lösen Tickets für
hochkarätige Turniere wie den ‚Bären Cup“ oder dem ‚Internationalen
Preis von Baden Württemberg’ im Bundesgebiet. „Selten kommen wir mit
leeren Händen nach Hause!“ Sagt Erfolgscoach Thomas Rösner und erhält
von den über sechzig Anwesenden Gästen bei der RSV-Generalsversammlung
großen Applaus. Jüngstes Beispiel war die Deutsche Vizemeisterschaft von
Timo Wirth.
Natürlich war der verpasste Bundesligaaufstieg, gerade auch wegen des
knappen Resultats heuer sehr ärgerlich, räumt Rösner ein. Auch wenn der
Aufstieg in die 2. Bundesliga letztlich über den grünen Tisch doch
möglich gewesen wäre, entschied man sich aus nachvollziehbaren Gründen
dagegen. Ab September 2010 will man in der Oberliga wieder ganz vorne
landen und diesmal vielleicht auf dem direkten (sportlichen) Weg nach
oben, heißt es aus Kreisen des RSV. Aber die Aufstiegskämpfe mit
streckenweise über 700 Zuschauern brachten einen Stein ins Rollen: „Es
war plötzlich eine Euphorie und Begeisterung da, die wir vorher nicht
kannten und unser Team beflügelte!“, meint Wendel im Rückblick.
Entscheidend für den höchsten Erfolg in der Vereinsgeschichte war die
geschlossene Mannschaftsleistung: Sukzessive habe man die jungen Talente
zu einem Team zusammengefügt und Rösner betont: „Da wo Schonungen drauf
steht, ist auch Schonungen drin – wir setzen voll auf unser
Eigengewächs.“ Was den Mattenfüchsen jetzt noch Kopfzerbrechen bereitet
ist ihr Trainingsdomizil: Bekanntlich fanden die Ringer auf dem
ehemaligen Wäscherreigelände Richter Unterschlupf. Die Halle wurde in
kürzester Zeit mit Sauna, Trainingsräumen und Sanitäreinrichtungen
ausgestattet – doch 2011 soll es mit der Sanierung der Sattler-Altlast
losgehen, dann steht auch dieses Gebäude vor dem Abriss und die
Schonunger Ringer wären wieder heimatlos. Eine zunehmend vollere Kasse
könnte die Suche nach einem geeigneten Grundstück und einer eigenen
Ringerhalle erleichtern. "Nichts als Versprechungen" seien diesbezüglich
bislang aus dem Rathaus zu hören gewesen, argumentierte Joachim Wendel.
"Doch wir haben Schonungen sehr viel gegeben. Jetzt wird es Zeit, dass
auch Schonungen uns etwas gibt!"
Unten am Schonunger Alban Park direkt am Main soll sie nun steigen, die
große Geburtstagsfete. Und deshalb heißt das zweitägige Ringerfestival
auch ganz einfach „Meedance“. Eine überdimensionierte U30 und eine
Ü30-Party, soll es sein - kurzum: Alle Altersgruppen sind herzlich
willkommen. Gefeiert wird am Freitag (14.05.) n mehreren Festzelten bis
in die Nacht hinein mit Top-DJ’s. Ein buntes Programm erwartet die
Festbesucher am Samstag (15.05.): Um 15 Uhr wird die Schülermannschaft
des RSV zu einem Kampf gegen den TV Unterdürrbach auflaufen. Ab 16 Uhr
stellt die HipHop-Gruppe „Insane“ ihr Talent mit einer Show unter
Beweis. Die Fans der Schonunger Ringer kommen ab 17 Uhr voll auf ihre
kosten, denn dann tritt die erste Mannschaft des RSV 07 gegen eine
Hessenauswahl mit einigen Bundesliga-Profis an. Wem das nicht genug ist,
der kann bei einer Ausstellung in die Geschichte des Schonunger
Ringsports eintauchen. Im Discozelt legt am Samstagabend wieder ein DJ
auf. Und im Partyzelt treten die Frankenräuber auf. Die Räubershow der
Stimmungsband ist das Entertainment-Spektakel Nordbayerns. Mit über 20
verschiedenen Instrumenten, mehrstimmigem Gesang und Ihren
humoristischen Einlagen schaffen Sie ein einzigartiges Entertainment und
begeistern Ihr Publikum.
Bei den Neuwahlen des RSV 07 wurde Joachim Wendel als Vorsitzender
bestätigt und auch Stefan Hofmann ohne Gegenstimme zu seinem
Stellvertreter gewählt. Kassier bleibt Sandra Selzam, Schriftführerin
Hennricke Wendel. Weiterhin wurden folgende Personen wie folgt gewählt.
2. Kassier: Ingo Schmidt; 2. Schriftführer: Silke Hofmann;
Vergnügungswart: Frank Greifelt; Technischer Leiter: Thomas Rösner;
Jugendleiter: Tobias Hofmann; Stellv. Jugendleiter: Markus Schäfer und
Oliver Gräb; Sponsoring: Mike Gärtner; 3. Kassier: Ursula Hümpfer;
Revisoren: Thomas Lenhardt und Manfred Oftring; Beisitzer: Manfred
Helmschrott und Jürgen Müller; Jugendsprecher: Julian Full.
Text: Stefan
Rottmann
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