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Der neue Verein FC Torpedo Schonungen
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Montag, 28. Juni 2010 |
Warum Fußball nicht alles ist und Hergolshausen
die Heimat
Bei der Laufeinheit unlängst
in den Schweinfurter Wehranlagen war die Beteiligung zwar nicht so
enorm. Das aber sollte nicht stellvertretend sein für die Begeisterung
rund um den FC Torpedo Schonungen, einen neuen Fußballverein, der am
August in der Schweinfurter B-Klasse 3 an den Start geht. Kurios aber
ist, dass der frische Club seine Heimspiele in Hergolshausen austragen
muss, knapp über 22 Kilometer entfernt vom Heimatort. Warum das so ist,
welche Ziele das Team hat und wieso Pokern sowie Lady Gaga bei den
Torpedos eine Rolle spielen, das alles verriet uns Alexander Klusch,
Gründer, Vorstand, Spieler und Mädchen für Alles.
auf dem Gruppenbild der Zweite von rechts Alexander Klusch
Und
natürlich auch das: Wieso man eigentlich auf die Idee eines eigenen
Clubs kam und woher der Name stammt? "In anderen Vereinen waren viele
unzufrieden oder haben hingeschmissen. Hier können wir unsere Ideen
ausleben", sagt Klusch (auf dem Gruppenbild der Zweite von rechts), der
mit seinen 24 Jahren in etwa den Alterschnitt darstellt und der mit dem
Hinweis natürlich auch ein bisschen gezielt den TSV Schonungen meint.
Mit Daniel Weber hat man einen Spieler des Kreisligisten abwerben
können, der auch die Funktion des Trainers zusamemn mit Klusch und
Betreuer Johann Prowald in einer Art Kompetenzteam übernehmen wird. Um
die acht Spieler kennt Klusch schon seit seiner Schonunger
Grundschulzeit. Kumpels eben, die stets feierten und öfters mal "einen
Torpedo machten", wie die Jungs das ausdrückten. Daher der Name, "der
nichts zu tun hat mit Krieg", versichert Versicherungsfachmann Klusch.
"FC Gehtmirgutrein" wäre der alternative Name gewesen.... Mit der
Sennfelder Discothek "W 3" fand man einen Partner für die schwarzen
Trikots mit der pinkfarbenen Werbung. "Da haben wir auch gleich einen
Alkohol-Lieferanten für unsere Feiern!" Oder für Pokerturniere, denn
das ist eine weitere Abteilung des jungen Vereins.
Vergangenes Jahr half Klusch bei der Gründung des FC Shamss
Schweinfurt, einer Multi-Kulti-Truppe, die beim SV Bergl ein Zuhause
fand. "Da haben meine Kumpels gesagt: Warum machen wir nicht selbst so
was?" Also startete das Vorhaben. Mehr als 20 Spieler sind es
mittlerweile, überweigend Schonunger, die aber im eigenen Ort keine
Bleibe fanden. Obwohl mit Fabian Hartmann sogar der Sohn des
Bürgermeisters beim FC Torpedo spielt. Im Gemeindeteil Waldsachsen ruht
zwar seit Jahren der Fußball, dafür haben dort die Korbballerinnen
Heimrecht. In Schonungen selbst, wo der TSV ein erhofftes Testspiel
nicht wollte, fehlt es an einem Alternativplatz, in Marktsteinach gibt
es zwar deren zwei, heuer aber mit FC und DJK auch wieder zwei
Fußballteams in der B-Klasse gemeldet. In einer anderen Gruppe zwar.
Doch neben zahlreichen Reserveteams sind beispielsweise der VfL
Niederwerrn, der SV Vasbühl, die DJK Kronungen oder die TG 48
Schweinfurt mit ihren ersten Mannschaften recht namhafte Gegner bei der
Schonunger Premiere.
"Ziel ist es, vorne dabei zu sein", sagt Klusch, das Mädchen für alles,
das sogar den Rasen mäht, wenn es sein muss. Der FC Shamss gilt als
Vorbild, der gleich mal den Aufstieg in die A-Klasse schaffte. "Dorthin
wollen wir mittelfristig auch, dann kommen weitere Spieler zu uns, die
jetzt schon im Wort stehen. Dann planen wir auch eine zweite
Mannschaft", lauten die Vorhaben. Das alles aber mit einer Heimat weit
weg von Zuhause. "Dort gibt´s seit Jahren schon keinen Fußball mehr,
dort kam man uns entgegen. Die Herholshäuser freuen sich über jedes
Spiel", hofft der Ober-Torpedo auf regen Zuspruch. Mit Franco und Lukas
Fierenze haben sich schon Hergolshäuser angeschlossen. Weitere sind
erwünscht. "Bei uns schauen viele Mädels zu, denn wir sind alles geile
Typen", lacht Alexander Klusch. 25 weibliche Fans waren es bereits beim
2:8 im Test gegen eine Sachs-Firmenauswahl, als man erstes Lehrgeld
bezahlte - allerdings gegen eine eingespielte und erfahrene Truppe.
Das erste echte Pflichtspiel steht am Donnerstag, den 1. Juli an. In
Hergolshausen und ausgerechnet gegen den dortigen Nachbarn aus
Theilheim. Gegen Dankenfeld, Ettleben/Werneck und den FC Shamss wird
gestetet, auch das Rückspiel gegen die Sachs-Auswahl ist geplant.
Nächsten Sommer darf der FC Torpedo dann auch am Schonunger
Gemeindepokal teilnehmen, was heuer noch nicht klappte. Dafür war die
Truppe unlängst bei Konzerten der Black Eyes Peas, bei den MTV-Awards
und sogar von Lady Gaga in der O 2-Arena in Berlin. Alles umsonst dank
reger Teilnahme an Gewinnspielen. "Da sind wir professionell
aufgestellt und in den solzialen Netzwerken im Internet eine Macht",
lacht Alexander Klusch. Ganz so wichtig ist alleine der Fußball also
nicht.
Die Namen des momentanen Kaders: Daniel Weber, Alexander Klusch,
Michael Tollkühn, Marco Maiß, Manfred Klusch, Martin Güthlein,
Christian Schimmel, Eugen Mayer, André Brieg, Christopher Wetterich,
Fabian Hartmann, Nicolas Seidel, Franco Fierenze, Lukas Fierenze,
Manuel Wolf, Pascal Korell, Patryck Kutz, Daniel Will, Marco Müller.
Mehr im Internet unter www.fc-torpedo.de
Text und Foto: Michael Horling
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