Düring nach 30 Jahren Stiftungsverwaltung verabschiedet
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Freitag, 10. Dezember 2010 |
 Fast vor genau 30 Jahren beschloss der Gemeinderat, aus der Verwaltung einen Stiftungsverwalter für das Seniorenstift Friedrichsheim zur Verfügung zu stellen. Mit Walter Düring fand man dazu einen hervorragenden Stiftungsverwalter. „Es war die richtige Entscheidung“, so Bürgermeister Friedel Heckenlauer bei der Verabschiedung von Düring, der nun das Ehrenamt nach 30 Jahren des Wirkens ablegte.
Zuständig für wirtschaftliche und finanzielle Bereiche hat Düring in
dieser Zeit glänzende Arbeit geleistet. Heckenlauer ist überzeugt, dass
die Bürger von Stadtlauringen auch durch die Arbeit von Düring eine viel
größere Nähe zu der Einrichtung gefunden haben. Heckenlauer zollte dem
ehrenamtlichen Wirken von Düring höchste Anerkennung. Und auch wenn man
mit dem Wechsel dem Wunsch von Düring, nach dieser langen Zeit die
Arbeit in andere Hände zu legen, entspräche, sei es nicht leicht
gefallen, nun auf das vorbildliche Wirken von Düring zu verzichten.
Allerdings ist mit dem neuen Stiftungsverwalter, Ansgar Albert,
weiterhin die Nähe zur Marktgemeindeverwaltung gegeben.
Auch Geschäftsführer Dr. Markus Brückel fand viele lobende Worte und ist
sich auch sicher, dass es auch mit dem neuen Stiftungsverwalter gut
weiter geht. Walter Düring erinnerte an die Zeit, als im Seniorenheim
noch Schwestern die Pflege von alten und kranken Menschen übernahmen.
„Das war eine tolle Zeit“, so Düring. Und er erzählte schmunzelnd, dass
ihn Schwester Oberin immer anrief, wenn sie ein Anliegen hatte und
fragte: „Herr Düring, kannst du heute abend mal vorbei kommen?“ „Das
sind schöne Erinnerungen, die man nicht missen möchte“, verriet er. Doch
auch schlechte Erinnerungen haben sich in das Gedächtnis eingegraben.
1990, als klar wurde, dass die Schwestern zum August 1991 die Stiftung
verlassen musste den Bewohnern gesagt werden, dass sie sich ein neues
Heim suchen müssen, was Düring sehr betroffen machte. Aber: „Wir hatten
Glück, das wir dann aus dem Haus Brückel jemanden gefunden haben, der
mit einsteigt.“ Die momentane Situation lässt für die Zukunft Gutes
erwarten und man hat einen guten Nachfolger gefunden, der im gleichen
Sinne weiter arbeitet. Und Düring verrät: „In den Jahren 2004 bis 2006
wäre ich ohne die Unterstützung vom Haus Brückel gescheitert.“ Er dankte
für die angenehme Zusammenarbeit und wünschte seinem Nachfolger für
sein Wirken ein glückliches Händchen. Als besonderes Highlight
verabschiedeten sich die Senioren mit einem Sitztanz und schwenkten
dabei bunte Tücher. Sichtlich gerührt sah Düring dabei zu. 30 Jahre
gehen halt doch nicht ohne Spuren vorüber.
Die Geschichte des Seniorenstift
1903 entschied die königliche Palastdame Esperanza Freifrau von
Truchsess – Wetzhausen, in Stadtlauringen unter dem Namen Friedrichsheim
eine Pfründeanstalt mit dem Zweck der Pflege von alten und kranken
Menschen zu gründen. 1906 wurde der Betrieb erstmals aufgenommen. Die
Trägerschaft wurde im Einverständnis mit dem königlichen
Staatsministerium des Innern der Kongregation der Töchter vom heiligen
Erlöser Würzburg übertragen. Bis zu vier Schwestern führten das Haus.
Gleichzeitig wurde der in der Marktgemeinde bestehenden
Kinderbewahranstalt mit Arbeitsschule und ambulanter Krankenpflege der
nötige Raum in der Anstalt eingeräumt. 1991 wurden die Schwestern nach
langem Wirken von der Kongregation abberufen und der Betrieb wurde in
private Hände übertragen. Nach dem Ausscheiden der Betreiberin im Jahr
2004 wurde eine Möglichkeit der Erweiterung und Modernisierung gesucht,
um das Haus wirtschaftlich führen zu können. Mit Dr. Markus Brückel, der
mit seiner Frau Barbara in Birnfeld die Alten- und Pflegeeinrichtung
Barockschloss Birnfeld betreibt, wurde hier die ideale Lösung gefunden.
Er führt die Einrichtung seit 2006 verantwortlich, hat mittlerweile
umfassend saniert und somit die ideale Basis für die Zukunft geschaffen.
Foto und Text: Anette Tiller
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